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Weisheit ist wie ein Baum. Der Weg der Wahrheit ist immer der Weg nach innen.
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Es gibt keinen Weg. Nur gehen: SEIN in der Natur (Gebundene Ausgabe) Es ist eines der klügsten, tiefsten Bücher, die je geschrieben wurden. Wenn ich die bewegenden Weisheiten zähle, komme ich hier auf erheblich mehr als bei vielen anderen Werken. Dieses Buch verknüpft westliche Sichtweisen mit östlichen, es schwingt sich weit aus zu Wahrheiten, die uns alle berühren, die wir leider viel zu oft vergessen haben. Joachim Ernst Berendt ist ein Jazz-Kenner (hat viele Bücher darüber geschrieben) und gehört u.a. zu den Gründern des Südwestrundfunks.
Die tagebuchartigen Inhalte bzw. Gedankensammlungen & Zitate gliedern sich so:
Sein, Gold, Die irdische und die himmlische Liebe, Bäume und Menschen, Lobster Cave Bay, Nilfahrt, Blow me down, Gespräch zwischen Auge und Ohr, Lieben Sie Brahms?.
Dabei spielt die Harmonie, das gemeinsame Erleben mit Bäumen (S. 81-183 von 247 Seiten) die entscheidende Rolle.
Anthropologen meinen, alle unsere Probleme kommen vom Nicht-mehr-Wandern, vom Sesshaft-Geworden-sein. Der Mensch aber ist ein wanderndes Wesen, alles Begreifen und Überleben begann so. Wenn man mit diesem Buch mitgeht, geht alles besser. Ich zitiere hier einige Highlights aus einer Fülle schönster, mut-machender Sätze:
Jeder Gefahr beraubt, erfinden wir uns künstliche Feinde: psychosomatische Krankheiten, Steuerbeamte oder, schlimmer noch, uns selbst.
Indem Du das Dunkle, das Böse, auf andere wirfst, glaubst Du, es loszuwerden. In Wahrheit multiplizierst Du es.
Bücher sind wie Gewässer, die zusammenfließen.
Kastanienbäume sind immer noch ein Wunder für mich. Tausende leuchtende Kerzen. Dichter bekerzt als ein Weihnachtsbaum.
Die Überlieferungen wissen von Bäumen, die menschliche Wesen gewesen sind: ineinandergerankte Liebende, verwandelte Götter...
Es gibt Bäume, die stehen da wie Meditierende.
Der römische Dichter Ovid kann in einem alten Olivenbaum einen Greis so deutlich sehen, dass sich sogar die Frage Greis oder Greisin beantwortet.
Auf die Frage hin "Wer bin ich" kommst Du letzten Endes in jene Leere, jenes Vakuum, von dem sogar die moderne Physik weiß, dass es mehr Energie und Kreavität enthält als alle geballte Energie des Universums zusammen. Laotse nannte es Tao, die Inder nennen es Atman: das Selbst, das gleichbedeutend mit dem Göttlichen ist.
Rainer Maria Rilke nennt es das "Nirgends ohne Nicht", also die Leere, die keine Verneinung ist (wie uns das Intellekt einreden möchte), sondern der reine Raum. Du kannst dieses Sein Gott nennen.
Dieses Buch wirkt geradezu magisch. Sein Untertitel: Sein in der Natur. Ich lese seit fast 10 Jahren immer wieder darin und verstehe mit den Jahren bzw. dem Weitergehen immer mehr.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 30. November 2008 |