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Heines Winterreise durch deutsche Kleinstaaten
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»Deutschland. Ein Wintermärchen« ist ein Gedichtszyklus und ein satirisches Versepos des deutschen Dichters Heinrich Heine (1797-1856), dargestellt als ene Mischung aus Reisebeschreibung und in feine und heitere Ironie gesponnene Zeit- und Gesellschaftskritik, genauer gesagt: Kritik an den deutschen Verhältnissen der Restaurationszeit und der deutschen Kleinstaaterei mit einer Mischung von Satire und Hymnus als literarischen Schreibweisen. Seine Entstehung verdankt der Gedichtzyklus einer Reise durch Deutschland am Ende des Jahres 1843. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die der Dichter bei seiner Deutschlandreise gesammelt hatte.
Unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Deutschland der Restaurationszeit, die ihm als getauftem Juden keine Möglichkeit für eine juristische Tätigkeit bot, und um der Zensur zu entgehen, emigrierte Heine 1831 nach Frankreich. 1835 verbot ein Beschluss des deutschen Bundestags> seine Schriften zusammen mit den Veröffentlichungen der Dichter des Jungen Deutschland. Ende 1843 kehrt er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«.
Heines wehmütiges Gedicht Wintermärchen" über Deutschland ist entstanden von Januar bis April 1844. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die er bei seiner Deutschlandreise ein Jahr zuvor unternommen hat. Mit spitzer Feder portraitiert und skizziert Heine darin ein ihm fremd gewordenes Deutschland, über das sich der kalte Eishauch der Restaurationszeit gelegt hat. Er zeigt die Misere der deutschen Verhältnisse auf: die Restauration hat das Land im Griff und ein freies Denken sowie Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht mehr möglich. Es ist ein grundsätzliche Kritik an den deutschen Verhältnissen der Zeit in einer Bissigkeit, die sie nur außerhalb des Einflußbereichs der deutschen Zensoren entstehen konnte.
Nachdem Heine 1831 in sein Pariser Exil ging, kehrte der Dichter Ende des Jahres 1843 er noch einmal für wenige Wochen nach Deutschland zurück, um seine Mutter und seinen Verleger Julius Campe in Hamburg zu besuchen. Auf der Rückreise entstand der erste Entwurf zu seinem Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«. Inhaltlich ist dieses kritische Versepos eine Abfolge von Reisebildern von tatsächlichen Stationen auf seiner Reise durch Deutschland, die ihn auf mehreren Stationen nach Hamburg zu seiner kranken Mutter führte. Der Gedichtszyklus atmet eine höhere Politik, in der schon die Visionen von Deutschlands Zukunft eingeflochten sind und hymisch beschworen werden.
Heine verwendet für sein im Stile des Volksliedes abgefasstes Versepos eine äußerst bildhafte Sprache mit vielen Metaphern und versteckten Andeutungen als literarisches Mittel, um der nach dem Wiener Kongress vorherrschenden Zensur zu entgehen. In 27 Kapiteln (von Heine Caputs genannt) beschreibt Heine auf satirische Weise die politische Lage im Deutschland der Restaurationszeit. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik an der katholischen Kirche, Hannover mit dem Verfassungsbruch von König Ernst August, Hamburg mit philiströser Geschäftstüchtigkeit etc. Jede Station seiner Reise wird satirisch auf die Bedeutung abgeklopft.
So erklärt sich, dass das Werk aus 27 Gesängen (Caput I - XXVII) besteht, die in Strophen zu je vier Versen aufgeteilt sind. Jeder Vers enthält in der Regel vier Hebungen, die Zahl der unbetonten Senkungen variiert dagegen, wie es typisch für Volkslieder ist. So sorgt Heine in liebevoller Abneigung dafür, daß jede Stadt und jedes Land "sein Fett wegbekommt". Die Landschaften, die Bewohner, die Preußen zumal, die er aufs Korn nimmt, alles, die Liebe zu einigen ganz speziellen Landschaften und deren Charaktere, alles wird kunstvoll und geistvoll zu Papier gebracht in einem Sington, in einem liedhaften, einem deutschen volksliedhaften Grundton dargebracht.
Durch die Abfolge der Reisebilder entsteht ein kunstvolles und hymnisches Gesamtkunstwerk, das eine höhere Politik atmet und in dem Heine aber auch nicht an Gesellschaftskritik spart. In seinem trefflichen Werk wider der konfiszierten Gedanken platziert er seine feine Ironie wie die Stiche eines im Umgang mit den Florett geschickten Fechters. Durch seine feine und heitere Ironie entstehen kunstvolle Reisebilder und literarische Landschaften, welche für stilvolle Unterhaltung im besten Sinne sorgen. Diese Reisebilder lassen den Leser teilnehmen an Heines Reise und so wird die Winterreise Heines zum literarischen Vergnügen nicht nur in der Winterzeit.
Eine Rezension von Great Pretender > Germany
vom 19. Februar 2010 |